Krankenhaus- und Sozialbauten

LungenClinic Grosshansdorf
Erweiterung OP-Gebäude und Umbauten

Realisierung
2012-2014 (Neubau)
2015-2018 (Umbau)

Dimensionen

BGF Neubau1.660 m2
BGF Umbau2.600 m3

Baukosten
10,5 Mio € Netto

HOAI-LP
1-9

Standort
Wöhrendamm 80 
22927 Großhansdorf

Projektbeschreibung

Erweiterung eines OP-Gebäudes und Umbauten.
An- und Umbaumaßnahme eines OP-Gebäudes mit Steri, sowie Intensiv- und IMC-Station, Aufwachraum, Endoskopie und Chefarztbereich im laufenden Betrieb.

Zum Projekt

Die alten OP-Säle befanden sich im 1. Obergeschoss des Funktionstraktes und wurden 1961 in  Betrieb genommen. Der Bereich wurde seinerzeit als 1-Flur-Anlage konzipiert. Eine räumliche und damit auch strikte hygienische Trennung der reinen und unreinen Logistik war somit nicht gegeben und nach eingehender Prüfung im Bestand auch nicht wirtschaftlich zu realisieren. Aus einer eingehenden Standort- und Kostenanalyse ging daher ein Neubau als westliche Erweiterung des Bestandsbaus mit direktem Anschluss an den vorhandenen OP-Bereich sowie die angegliederte Intensivstation im 1.OG als die funktionalste und wirtschaftlichste Lösung hervor. Als Voraussetzung für die Umsetzung der Planung an dieser Stelle waren verschiedene Vorabmaßnahmen erforderlich.

Aufgrund der Geländetopographie ergaben sich unterhalb der geplanten OP-Ebene im 1.OG zwei weitere Vollgeschosse, in denen die entfallenen Werkstätten der Haustechnik kompensiert sowie für die Sterilgutaufbereitung gemäß den aktuellen hygienischen und arbeitsorganisatorischen Anforderungen optimale Rahmenbedingungen geschaffen werden konnten (UG) und eine neue zentrale Patientenaufnahme mit einem repräsentativen Empfangsbereich ermöglicht wurde (EG). Angegliedert sind hier ferner die Untersuchungs- und Behandlungsräume des so neu geschaffenen Ambulanten Zentrums, in dem die drei medizinischen Schwerpunkte des Klinikums (Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie) interdisziplinär zusammenarbeiten.

Die Fassadengestaltung des Neubaus ist an den  Bestand angelehnt, um die funktionale Verzahnung beider Bauteile auch optisch darzustellen. Um den Neubau dennoch abzusetzen, wurden die Aluminiumkassetten hier jedoch zur Ablesbarkeit der internen Abläufe horizontal ausgerichtet. Die Farbgebung mit  abgestuften Bronzetönen verträgt sich gut mit dem Bestand und verleiht dem ansonsten kubisch gehaltenen Baukörper eine gewisse Ruhe und Leichtigkeit. Zusätzlich verleiht der dunkler gehaltene  Sockelbereich dem Neubau optisch Bodenhaftung.

Durch die Anbaulösung wurde über die gesamte Bauzeit ein nahezu ungestörter Krankenhausbetrieb gewährleistet. Insbesondere musste der OP-Betrieb nicht unterbrochen werden. Nach der Fertigstellung und dem erfolgreichen Probebetrieb in den neuen Räumen erfolgten innerhalb kürzester Zeit lediglich noch die Durchbrüche zwischen Neubau und Bestand. Durch den Neubau konnte im Bestand ein bisher nicht vorhandener Aufwachraum realisiert werden, durch den dringend benötigte zusätzliche intensiv- medizinische Kapazitäten frei geworden sind. Weitere Flächen werden für die notwendige Erweiterung der Endoskopie sowie einen septischen OP und einen IMC-Bereich im Übergang zur bestehenden Intensivstation genutzt werden. Diese Umbaumaßnahmen wurden im Nachgang zum Neubau umgesetzt.

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